Ananasgeschichte

Einst auf einer kleinen Farm in Costa Rica erwachte eine junge Ananas an süßgrasartigem Bromeliengewächs. Sie sah sich um und in allen Richtungen erspähte sie dasselbe, Ananas in Reih und Glied wo man auch hinschaute. So dachte sie:

Welch schnöde Tristess,
wachsen ohne Fressfeind,
wuchern im Exzess?
Das führt zu Wachstumstress!

So schien sie unzufrieden in ihrer Lage, während benachbarte Sprossen
drumherum den Standort genossen.
Nun fragte sie unter den zufriedenen Umherstehenden,
was nun aus ihnen werden solle und jene antworteten:

Ich hier will ein Saft sein,
lecker und für den Gaumen fein,
eine Freude in jedem Munde ganz allgemein.

Also ich mag in eine Dose rein,
Würfel oder Scheiben, egal ob groß oder klein.
Holt man mich heraus, werd ich hoffentlich die Krönung eines Toast Hawaii sein.

Meinem Einen stellte sich der Gedanke anheim,
ein Gefäß für etwas Anderes zu sein.
So leeret mich und höhlt mich aus,
mein Innerstes sei dem Kompost ein Schmaus.

Die Gedanken ihrer Nachbarn waren unserer Ananas ebenso wenig zuträglich
wie der Einheitsbrei des Standortes, sicherlich.

Etwas Außergewöhnliches muss her!
Ich ziehe weit über Ozean und Meer
nach Deutschland, die sind fair,
so bringe ich Grund zur Freude und Geselligkeit daher.
Zwecks Alkohol darf man dann nicht mehr fahren im Verkehr
sonst landet man vielleicht im Graben quer.

Doch lecker will ich sein so sehr,
ein Genuss bei jedem Verzehr.
Zugegen beim Anstoßen feierlich, romantisch oder leger.
In Erwartung steter Wiederkehr
nicht Sekt, nicht Wein, BowlUp vielmehr!